Die Kosten reichen von 0 bis 1.600 Euro
Eine Körperspende bedeutet, dass Sie Ihren Körper nach dem Tod einer Universität überlassen. Dort nutzt ihn die Anatomie, die Abteilung, die Körper für die Ausbildung von Medizinstudierenden braucht, für Unterricht und Forschung. Im Gegenzug übernimmt die Universität die Bestattung, meist vollständig oder gegen einen einmaligen Kostenbeitrag, den Sie oder Ihre Angehörigen zahlen.
Wie hoch dieser Beitrag ausfällt, unterscheidet sich von Universität zu Universität deutlich. In Kiel liegt er bei 1.600 Euro, in Rostock bei 1.200 Euro, in Würzburg bei 450 Euro. Die Universität Marburg verlangt im Normalfall gar keinen Beitrag, wenn die Beisetzung auf einem anonymen Urnenfeld stattfindet.
| Universität | Kostenbeitrag | Enthalten |
|---|---|---|
| Kiel | 1.600 Euro | Transport und Beisetzung auf dem Ehrengrab der Universität |
| Rostock | 1.200 Euro | Transport, Einäscherung, Beisetzung und Grabpflege |
| Würzburg | 450 Euro | Abholung, Einäscherung, Urne und Beisetzung im Waldfriedhof |
| Marburg | 0 Euro im Normalfall | Beisetzung auf einem anonymen Urnenfeld |
Der Unterschied liegt vor allem daran, was im Beitrag enthalten ist und wie die jeweilige Universität ihre Kosten verteilt. Fragen Sie deshalb bei der Anatomie in Ihrer Nähe direkt nach der aktuellen Regelung, bevor Sie sich festlegen.
Wer eine Körperspende machen darf
Die Universitäten setzen ein Mindestalter voraus, das von Institut zu Institut unterschiedlich ausfällt. Kiel verlangt mindestens 50 Jahre und einen Wohnsitz in Schleswig-Holstein, Rostock mindestens 55 Jahre. Die Charité in Berlin setzt das vollendete 60. Lebensjahr voraus und verlangt einen Wohnort in Berlin oder der näheren Umgebung.
Ausgeschlossen sind meist Menschen mit stark ansteckenden Krankheiten und mit erheblichen Verletzungen durch einen Unfall. Auch nach einer gerichtlichen Untersuchung der Todesursache oder nach einer Organspende zur Transplantation nehmen die meisten Institute keinen Körper mehr an. Die Universität Würzburg lehnt außerdem ab, wenn der Sterbeort mehr als 100 Kilometer entfernt liegt, weil der Transport dann zu lange dauert.
Wie lange der Körper in der Anatomie bleibt
Die Zeit zwischen dem Tod und der Bestattung fällt länger aus als bei einer gewöhnlichen Bestattung. Kiel und Rostock nennen bis zu drei Jahre, weil sich die verschiedenen Ausbildungsabschnitte der Medizinstudierenden über diesen Zeitraum erstrecken. Die Universität Würzburg nennt bis zu vier Jahre, weil der Körper dort bis zu vier Winterhalbjahre für die Ausbildung bereitstehen kann.
Für Angehörige bedeutet das eine lange Wartezeit ohne Grab und ohne festen Termin für eine Trauerfeier. Wer das nicht möchte, sollte diesen Punkt vor der Erklärung ausdrücklich mit der Anatomie besprechen. Für eine eigene Trauerfeier ohne Grab und ohne festen Termin brauchen Angehörige oft eigene Ideen, wie der Artikel zum Thema Trauerfeier beschreibt.
Wer die Bestattung danach übernimmt
Mit der Körperspende übernimmt die Universität die Aufgabe, die sonst die nächsten Angehörigen hätten. Sie organisiert und bezahlt die Bestattung nach dem Ende der Nutzung, meist als Feuerbestattung. Kiel setzt die Urne auf dem Ehrengrab der Universität bei, Rostock und Würzburg auf einem eigenen Gräberfeld, Marburg auf einem anonymen Urnenfeld.
Ein Grab auf einem selbst gewählten Friedhof ist bei mehreren Instituten trotzdem möglich, wenn Angehörige das wünschen und die zusätzlichen Kosten dafür selbst tragen. Fragen Sie danach ausdrücklich, wenn Ihnen ein bestimmter Ort für das Grab wichtig ist. Wie sich ein solches Grab von den üblichen Grabarten unterscheidet, beschreibt der Artikel zu Reihengrab, Wahlgrab und Urnengrab.
Wie Sie eine Körperspende festlegen
Kontakt zur Anatomie aufnehmen
Meist reicht ein Anruf oder eine E-Mail an das anatomische Institut einer Universität in Ihrer Nähe.
Aufklärungsgespräch führen
Viele Institute laden dazu persönlich ein, bevor Sie sich endgültig entscheiden.
Schriftliche Erklärung unterschreiben
Darin legen Sie Ihren Willen fest. Einen Notar brauchen Sie dafür nicht.
Angehörige informieren
Sagen Sie mindestens einer Person, wo die Erklärung liegt und welches Institut im Todesfall zu benachrichtigen ist.
Erklärung jederzeit zurückziehen können
Eine Körperspende ist keine endgültige Festlegung. Sie können Ihre Erklärung zu Lebzeiten jederzeit formlos widerrufen.
Was Sie vor der Erklärung noch klären sollten
- Fragen Sie nach dem genauen Kostenbeitrag und danach, was darin enthalten ist.
- Klären Sie, wie lange der Körper voraussichtlich genutzt wird, und ob Sie damit einverstanden sind.
- Fragen Sie, wo die Bestattung stattfindet und ob ein Grab an einem anderen Ort möglich ist.
- Informieren Sie mindestens eine nahestehende Person über Ihre Entscheidung und wo die Unterlagen liegen.
Häufige Fragen
Wer übernimmt die Bestattung nach einer Körperspende?
Das anatomische Institut der Universität, der Sie Ihren Körper überlassen haben. Es organisiert und bezahlt die Bestattung nach dem Ende der Nutzung, meist als Feuerbestattung.
Was kostet eine Körperspende?
Das hängt von der Universität ab. In Kiel liegt der Kostenbeitrag bei 1.600 Euro, in Rostock bei 1.200 Euro, in Würzburg bei 450 Euro. Die Universität Marburg verlangt im Normalfall keinen Beitrag.
Wie lange dauert es bis zur Bestattung nach einer Körperspende?
Meist ein bis drei Jahre, an manchen Universitäten bis zu vier Jahre. So lange steht der Körper für die Ausbildung von Medizinstudierenden zur Verfügung.
Ab welchem Alter ist eine Körperspende möglich?
Das Mindestalter unterscheidet sich je Universität. Kiel verlangt mindestens 50 Jahre, Rostock mindestens 55 Jahre, die Charité in Berlin das vollendete 60. Lebensjahr.
Kann ich die Erklärung zu einer Körperspende widerrufen?
Ja. Eine Körperspende ist keine endgültige Festlegung. Sie können Ihre schriftliche Erklärung zu Lebzeiten jederzeit formlos zurückziehen.
Ist ein Grab auf einem eigenen Friedhof nach einer Körperspende möglich?
Bei mehreren Instituten ja, wenn Angehörige das wünschen und die zusätzlichen Kosten dafür selbst tragen. Fragen Sie danach ausdrücklich beim jeweiligen Institut.
