Eine Seebestattung kostet 3.500 bis 8.000 Euro
Ein Grund für den meist niedrigeren Preis gegenüber einer Bestattung an Land: Friedhofsgebühren entfallen komplett. Die Asche kommt nicht in ein Grab, sondern wird im Meer verteilt. Dafür übernehmen Reederei und Bestatter andere Aufgaben, etwa die Fahrt zur Beisetzungsstelle und die spezielle Urne.
Der Bundesverband Deutscher Bestatter unterscheidet vier Pakete. Das einfachste kostet rund 3.500 Euro, das nächste 4.950 Euro, das dritte 6.100 Euro und das aufwendigste 8.000 Euro. Wollen Angehörige an Bord dabei sein, kommt je nach Paket ein Aufpreis von 650 bis 2.000 Euro für die Begleitung hinzu.
| Paket | Gesamtkosten |
|---|---|
| Standard | ca. 3.500 Euro |
| Klassik | ca. 4.950 Euro |
| Tradition | ca. 6.100 Euro |
| Exklusiv | ca. 8.000 Euro |
Friedhofsgebühren entfallen bei allen vier Paketen. Sie zahlen stattdessen für die Fahrt, die Reederei und, wenn gewünscht, die Begleitung an Bord.
Enthalten sind laut Bundesverband meist die Beratung und der Transport der verstorbenen Person zum Krematorium. Dazu kommen ein einfacher Sarg für die Einäscherung, die Seeurne und die Fahrt zur Beisetzungsstelle. Was je nach Paket zusätzlich dazukommt, etwa eine gedruckte Traueranzeige oder mehr Zeit an Bord, unterscheidet die vier Stufen.
Wer eine Seebestattung erlauben muss
Innerhalb der Küstengewässer, das sind die ersten Seemeilen vor der Küste, braucht eine Seebestattung eine Erlaubnis der zuständigen Landesbehörde. Meist beantragt das der Bestatter oder die Reederei für Sie, Sie müssen sich darum selbst nicht kümmern. Außerhalb dieser Zone, auf hoher See, erteilt stattdessen das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie die Erlaubnis.
Schleswig-Holstein erlaubt die Beisetzung einer Urne im Meer erst ab drei Seemeilen von der Küste entfernt. Seit einer Neufassung seines Bestattungsgesetzes von Dezember 2024 gilt zusätzlich: Nur ein Bestattungsunternehmen darf beisetzen. Erlaubt sind dafür nur ein Schiff der gewerblichen Seefahrt, ein Schiff der Seenotrettung, ein Fischereibetrieb oder ein Behördenschiff. Mecklenburg-Vorpommern erlaubt die Seebestattung in seinem Bestattungsgesetz ausdrücklich, ohne selbst eine Mindestentfernung zu nennen. Niedersachsen erlaubt sie auf Wunsch der verstorbenen Person im Küstengewässer, wie der Artikel zu Erdbestattung oder Feuerbestattung genauer beschreibt.
Diese drei Beispiele zeigen ein allgemeines Muster: Seebestattungen sind Landesrecht, kein Bundesrecht, und jedes Küstenland entscheidet selbst über Abstand, zugelassene Schiffe und Zuständigkeiten. Wer in einem anderen Bundesland wohnt als dort, wo die Beisetzung stattfinden soll, braucht deshalb keine eigene Genehmigung von zu Hause. Zuständig ist immer das Land, vor dessen Küste beigesetzt wird, nicht der Wohnort der verstorbenen Person oder der Angehörigen.
Wie eine Seebestattung abläuft
Einäscherung im Krematorium
Wie bei jeder Feuerbestattung muss zuerst eine zweite ärztliche Untersuchung bestätigen, dass kein Verdacht auf einen nicht natürlichen Tod besteht. Erst danach darf eingeäschert werden.
Die Asche kommt in eine spezielle Seeurne
Diese Urne besteht aus einem Material, das sich im Meerwasser vollständig auflöst, ohne Metallteile.
Reederei oder Bestatter holen die Erlaubnis ein
Innerhalb der Küstengewässer je nach Bundesland bei der zuständigen Behörde, außerhalb der 12-Seemeilen-Zone beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie.
Die Fahrt zur Beisetzungsstelle
Ein Schiff bringt die Urne zu einer festgelegten Stelle im Meer, meist in der Nordsee oder der Ostsee.
Die Beisetzung selbst
An Bord übergibt der Kapitän oder der Bestatter die Urne dem Meer, häufig mit einer kurzen Rede, Musik oder Blumen.
Angehörige erhalten Logbucheintrag und Seekarte
Sie zeigen die genaue Stelle der Beisetzung und dienen später als einziger fester Anhaltspunkt für einen Besuch.
Anders als bei einem Grab gibt es nach einer Seebestattung keinen Ort auf einem Friedhof, den Sie besuchen können. Die Seekarte mit der markierten Stelle ist für viele Angehörige der einzige greifbare Anhaltspunkt.
An Bord hält oft jemand ein paar Worte, sei es ein Angehöriger oder ein freier Redner. Wie Sie eine Trauerfeier ohne Kirche gestalten, beschreibt der Artikel zum Thema Trauerfeier.
Was die Urne im Meer erfüllen muss
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie schreibt vor, dass sich die Urne vollständig auflöst, spätestens nach drei Tagen im Meerwasser, und dass sie keine Metallteile enthält. Reedereien und Bestatter, die Seebestattungen anbieten, verwenden deshalb ausschließlich Urnen aus Materialien wie Salz, Sand oder bestimmten Zellstoffen, die diese Vorgabe erfüllen.
Eine gewöhnliche Urne aus Metall oder unbehandelter Keramik ist für eine Seebestattung damit nicht zugelassen. Ihr Bestatter oder die Reederei stellt die passende Urne, Sie müssen selbst keine besorgen.
Welche Fragen Sie vorher klären sollten
Fünf Punkte lohnen sich vor der Entscheidung für einen Anbieter:
- Fragen Sie, ob eine Begleitung an Bord möglich ist, wenn Ihnen das wichtig ist, und was der Aufpreis dafür beträgt.
- Klären Sie, welches Meer und welche Stelle infrage kommen. Nord- oder Ostsee liegen oft unterschiedlich weit von Ihrem Wohnort entfernt.
- Fragen Sie nach der Seekarte mit der genauen Position, die Sie nach der Beisetzung erhalten.
- Prüfen Sie, ob die verstorbene Person diesen Wunsch schriftlich festgehalten hat. Das erleichtert Reederei und Bestatter die Planung.
- Vergleichen Sie mehrere Anbieter. Die Preisspanne reicht laut Bundesverband Deutscher Bestatter von rund 3.500 bis 8.000 Euro.
Häufige Fragen
Braucht eine Seebestattung eine Genehmigung?
Ja. Innerhalb der Küstengewässer braucht es eine Erlaubnis der zuständigen Landesbehörde, die meist der Bestatter oder die Reederei einholt. Außerhalb der 12-Seemeilen-Zone, auf hoher See, erteilt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie die Erlaubnis.
Was kostet eine Seebestattung?
Der Bundesverband Deutscher Bestatter nennt vier Pakete zwischen rund 3.500 und 8.000 Euro. Wollen Angehörige an Bord dabei sein, kommt ein Aufpreis von 650 bis 2.000 Euro hinzu. Friedhofsgebühren entfallen komplett.
Wo in Deutschland ist eine Seebestattung erlaubt?
Erlaubt ist sie in den Küstengewässern von Nordsee und Ostsee, etwa vor Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Schleswig-Holstein verlangt seit Dezember 2024 mindestens drei Seemeilen Abstand von der Küste und lässt nur bestimmte Schiffe zu.
Welche Urne wird für eine Seebestattung verwendet?
Vorgeschrieben ist eine Urne, die sich im Meerwasser vollständig auflöst, laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie spätestens nach drei Tagen, und die keine Metallteile enthält.
Können Angehörige bei der Beisetzung dabei sein?
Ja, bei einer begleiteten Seebestattung fahren Angehörige mit dem Schiff zur Beisetzungsstelle mit. Wer das nicht möchte, kann eine stille Beisetzung ohne Begleitung wählen, die auch günstiger ist.
Gibt es nach einer Seebestattung einen Ort zum Besuchen?
Nein, ein Grab auf einem Friedhof gibt es nicht. Angehörige erhalten stattdessen einen Logbucheintrag und eine Seekarte mit der genauen Stelle der Beisetzung.
