Ein Platz am Baum kostet ab 590 Euro
Bei FriedWald, einem der beiden großen Anbieter, kostet ein Platz an einem Gemeinschaftsbaum je nach Stärke, Baumart und Lage 890, 1.190 oder 1.390 Euro. Einfachere Plätze gibt es schon ab 590 Euro. Ein eigener Familienbaum für bis zu zehn Personen und bis zu 99 Jahre kostet 3.350 bis 6.350 Euro. Dazu kommt im Trauerfall eine Beisetzungsgebühr von 450 Euro, darin ist bei Bedarf die biologisch abbaubare Urne enthalten.
Die Preise der beiden großen Anbieter liegen nah beieinander, aber nicht gleich. FriedWald verlangt für einen Gemeinschaftsbaum 890 bis 1.390 Euro, für einen Familienbaum 3.350 bis 6.350 Euro, dazu 450 Euro Beisetzungsgebühr. Im RuheForst Hümmel in der Eifel kostet ein vergleichbarer Gemeinschaftsplatz 498,80 bis 997,60 Euro. Ein Familienplatz kostet dort 2.900 bis 5.220 Euro, je nach Alter und Größe des Baums.
| Anbieter | Platz am Gemeinschaftsbaum | Platz am Familienbaum | Beisetzungsgebühr |
|---|---|---|---|
| FriedWald (2026) | 890 bis 1.390 Euro | 3.350 bis 6.350 Euro | 450 Euro |
| RuheForst Hümmel (2022) | 498,80 bis 997,60 Euro | 2.900 bis 5.220 Euro | je nach Standort verschieden |
RuheForst ist an diesem Standort günstiger als FriedWald, doch beide Anbieter arbeiten mit vielen einzelnen Wäldern, deren Preise sich unterscheiden. Fragen Sie deshalb immer nach der Preisliste des konkreten Waldes in Ihrer Nähe, nicht nach einem bundesweiten Pauschalpreis.
In keinem dieser Preise steckt die Arbeit eines Bestattungsunternehmens. FriedWald selbst nennt dafür einen Richtwert von mindestens 1.800 Euro zusätzlich, für die Einäscherung, den Weg zu den Behörden und den Transport zum Wald. Diesen Teil vereinbaren Sie mit einem Bestatter Ihrer Wahl, unabhängig davon, welchen Wald Sie für die Beisetzung selbst wählen.
Wie ein Bestattungswald rechtlich ein Friedhof ist
Ein Bestattungswald sieht aus wie ein gewöhnliches Waldstück, ist aber rechtlich ein Friedhof. Das bestätigt die Verbraucherinitiative Aeternitas ausdrücklich: Auch wenn ein privates Unternehmen den Wald betreibt, ist immer eine Gemeinde als Trägerin des Friedhofs beteiligt.
Diese Regel heißt Friedhofszwang: Die Asche eines Menschen darf in fast allen Bundesländern nur auf einem Friedhof beigesetzt werden, und ein Bestattungswald zählt dazu. Für Sie bedeutet das zweierlei. Erstens gelten in einem Bestattungswald dieselben Grundregeln wie auf jedem anderen Friedhof, etwa zur zulässigen Urne. Zweitens ist eine Beisetzung mitten im freien Wald, ohne diese Zuordnung zu einem Friedhof, in Deutschland nicht ohne Weiteres erlaubt.
Ausnahmen kennen Bremen und seit Oktober 2025 Rheinland-Pfalz. Dort darf die Asche unter engen Voraussetzungen auch außerhalb eines Friedhofs ausgebracht werden, meist nur mit einer schriftlichen Verfügung der verstorbenen Person. In den übrigen Bundesländern bleibt der Bestattungswald der einzige Weg zu einer Beisetzung im Wald.
Wie lange ein Platz am Baum gilt
Die Nutzungsdauer eines Platzes am Baum richtet sich nach einer von zwei Regeln. FriedWald nennt entweder die vor Ort geltende Mindestzeit von 15 bis 30 Jahren ab der Beisetzung, wie sie für gewöhnliche Gräber gilt. Oder es gilt eine Zeit von bis zu 99 Jahren ab der Eröffnung des jeweiligen Bestattungswaldes. Welche Regel greift, hängt vom gewählten Baum und Standort ab.
Einen Familienbaum dürfen Sie damit bis zu 99 Jahre nutzen, deutlich länger als die meisten Gräber auf einem klassischen Friedhof. Mehrere Generationen einer Familie können darin beigesetzt werden, ohne dass jemand die Zeit immer wieder neu verlängern muss. Wie das bei einem gewöhnlichen Grab auf dem Friedhof aussieht, beschreibt der Artikel zu Reihengrab, Wahlgrab und Urnengrab.
Wie eine Baumbestattung abläuft
Der Ablauf ähnelt dem einer gewöhnlichen Feuerbestattung, nur dass am Ende kein Grab, sondern ein Baum steht.
Einäscherung im Krematorium
Eine Baumbestattung ist immer eine Feuerbestattung. Vorher muss wie bei jeder Einäscherung eine zweite ärztliche Untersuchung stattfinden.
Baum und Platz auswählen
Sie oder die verstorbene Person zu Lebzeiten wählen einen bestimmten Baum und einen Platz für eine, mehrere oder bis zu zehn Urnen.
Vertrag über den Platz abschließen
Darin stehen Baum, Platz, Preis und Nutzungsdauer. Klären Sie darin auch, was bei einem absterbenden Baum passiert.
Die Beisetzung der Urne
Ein Mitarbeiter des Waldes setzt die biologisch abbaubare Urne in einem flachen Loch im Wurzelbereich des Baums bei, meist ohne Grabstein.
Der Platz wird im Baumregister vermerkt
Ähnlich wie ein Grabregister auf einem klassischen Friedhof, damit die Stelle später wiedergefunden werden kann.
Welche Fragen Sie vor der Wahl klären sollten
Fünf Punkte helfen bei der Entscheidung für einen Wald und einen Anbieter.
- Fragen Sie, ob es in Ihrer Nähe einen FriedWald, einen RuheForst oder einen anderen Bestattungswald gibt, und vergleichen Sie deren Preislisten.
- Klären Sie, ob Sie einen Platz für eine einzelne Urne oder einen Familienbaum für mehrere Personen brauchen.
- Fragen Sie ausdrücklich, was im Vertrag steht, wenn der gewählte Baum abstirbt.
- Prüfen Sie, ob am Baum ein Namensschild angebracht werden darf, wenn Ihnen das wichtig ist. Das kostet bei manchen Anbietern extra.
- Klären Sie, ob eine eigene Trauerfeier direkt am Baum erlaubt ist, oder ob nur eine stille Beisetzung möglich ist.
Häufige Fragen
Was kostet ein Platz für eine Baumbestattung?
Bei FriedWald kostet ein Platz an einem Gemeinschaftsbaum 890 bis 1.390 Euro, ein eigener Familienbaum 3.350 bis 6.350 Euro. Dazu kommt eine Beisetzungsgebühr von 450 Euro. Andere Anbieter wie RuheForst haben eigene, oft abweichende Preislisten je Standort.
Ist ein Bestattungswald rechtlich ein Friedhof?
Ja. Auch wenn ein Bestattungswald wie normaler Wald aussieht, ist immer eine Gemeinde als Friedhofsträgerin beteiligt. Für die Beisetzung gelten deshalb dieselben Grundregeln wie auf jedem anderen Friedhof.
Wie lange gilt ein Platz an einem Baum?
Je nach Anbieter und Ort gilt entweder die vor Ort übliche Mindestzeit von 15 bis 30 Jahren ab der Beisetzung. Oder der Platz gilt bis zu 99 Jahre ab der Eröffnung des Bestattungswaldes. Ein Familienbaum ist damit oft deutlich länger gesichert als ein gewöhnliches Grab.
Kann ich außerhalb eines Friedhofs unter einem beliebigen Baum beigesetzt werden?
In fast allen Bundesländern nicht. Die Asche muss auf einem Friedhof beigesetzt werden, wozu auch ein Bestattungswald zählt. Nur Bremen und Rheinland-Pfalz erlauben unter engen Voraussetzungen, die Asche außerhalb eines Friedhofs auszubringen, meist nur mit einer schriftlichen Verfügung der verstorbenen Person.
Was passiert, wenn der gewählte Baum abstirbt?
Das regelt der Vertrag mit dem Anbieter, nicht das Gesetz. Fragen Sie vor dem Abschluss ausdrücklich, was in diesem Fall zugesagt wird, zum Beispiel ein anderer Baum.
Wie viele Urnen passen an einen Familienbaum?
Bei FriedWald bietet ein Familienbaum Platz für bis zu zehn Personen über eine Nutzungsdauer von bis zu 99 Jahren. Andere Anbieter setzen eigene Grenzen, fragen Sie danach vor Ort.
