Was im Festpreis eines Online-Bestatters meist enthalten ist
Ein Festpreis-Paket eines Online-Bestatters deckt fast immer die eigene Arbeit des Unternehmens ab. Dazu gehören die Abholung der verstorbenen Person, ein einfacher Sarg mit Innenausstattung und die Träger. Auch die Meldewege bei Standesamt und Rentenversicherung, die Kühlung und die zweite Leichenschau vor einer Feuerbestattung sind meist eingeschlossen. Ebenso die Gebühr des Krematoriums selbst.
Ein großer Online-Bestatter listet auf seiner Preisseite elf solcher Leistungen auf, die in jedem Paket enthalten sind. Dazu kommt eine rund um die Uhr erreichbare Ansprechperson. Das zeigt beispielhaft, wie ein solches Paket aufgebaut ist, auch wenn jeder Anbieter im Detail andere Grenzen setzt.
Diese Kosten kommen fast immer noch dazu
Genau hier liegt der Unterschied zwischen dem beworbenen Startpreis und der tatsächlichen Endsumme. Ein Aufschlag von rund 300 Euro ist bei manchem Anbieter üblich, wenn die verstorbene Person größer als 1,90 Meter oder schwerer als 120 Kilogramm ist. Die Abholung von zu Hause statt aus einer Klinik kostet oft ähnlich viel extra, ebenso das Ankleiden. Rund 175 Euro pro Posten sind dabei keine Seltenheit. Auch der Weg spielt eine Rolle. Für eine Überführung über den Nahbereich hinaus nennt die Verbraucherinitiative Aeternitas 2,50 bis 7,00 Euro je Kilometer.
| Leistung | Übliche Zusatzkosten | Grund |
|---|---|---|
| Größerer oder schwererer Sarg | etwa 300 Euro | Mehr Material und Aufwand |
| Abholung von zu Hause statt aus der Klinik | etwa 175 Euro | Zusätzliche Fahrt und Aufwand vor Ort |
| Überführung außerhalb des Nahbereichs | 2,50 bis 7,00 Euro je Kilometer | Wird nach gefahrener Strecke abgerechnet |
| Friedhofsgebühren | je nach Kommune unterschiedlich hoch | Von der Gemeinde festgelegt, nie vom Bestatter |
Warum ein besonders günstiges Basisangebot vorsichtig macht
Die Verbraucherinitiative Aeternitas warnt vor einer bestimmten Masche: Ein auffällig günstiges Basisangebot soll Kundinnen und Kunden zunächst anlocken. Erst im weiteren Gespräch kommen dann teurere Zusatzleistungen dazu, die im Grundpreis gar nicht eingeplant waren.
Was Vermittlungsportale verschweigen dürfen und was nicht
Manche Websites vermitteln nur den Kontakt zu einem Bestatter vor Ort, statt selbst eine Bestattung durchzuführen. Sie verdienen an einer Provision, die der jeweils gelistete Bestatter für den Auftrag zahlt, häufig 15 bis 17,5 Prozent des Angebotspreises.
Der Bundesgerichtshof hat am 27. April 2017 entschieden, dass Nutzerinnen und Nutzer solcher Portale klar erfahren müssen, wenn nicht alle Anbieter gezeigt werden. Gezeigt werden dann oft nur die, die eine Provision zahlen (Az. I ZR 55/16). Ein Portal darf nicht den Eindruck erwecken, einen vollständigen Marktüberblick zu bieten, wenn das gar nicht stimmt.
Wie Sie ein Online-Angebot trotzdem sauber vergleichen
Ein Online-Angebot ist nicht grundsätzlich schlechter als ein lokaler Bestatter, es braucht nur denselben genauen Blick wie jedes andere Angebot auch.
- Verlangen Sie ein schriftliches Angebot für genau Ihren Fall, mit Sterbeort und gewünschten Zusatzleistungen.
- Fragen Sie ausdrücklich, ob Friedhofsgebühren in der genannten Summe enthalten sind.
- Lassen Sie sich die Reichweite der inkludierten Überführung in Kilometern nennen, nicht nur das Wort inklusive.
- Fragen Sie ein Vermittlungsportal direkt, ob es wirklich alle Anbieter der Region zeigt.
- Vergleichen Sie die komplette Endsumme mit einem zweiten, auch lokalen Angebot, bevor Sie unterschreiben.
Ob eine Bestattung ganz ohne Bestattungsunternehmen erlaubt ist und wo dabei die Grenzen liegen, lesen Sie im Ratgeber zur Eigenregie. Die Grundregeln für einen fairen Vergleich gelten dabei genauso wie bei einem klassischen Bestatter vor Ort.
Häufige Fragen
Sind Online-Bestatter seriös?
Viele arbeiten seriös und sind günstiger, weil sie ohne eigenes Ladengeschäft auskommen. Prüfen Sie trotzdem jedes Angebot genauso genau wie bei einem Bestatter vor Ort, besonders bei den Zusatzkosten.
Sind Friedhofsgebühren im Festpreis eines Online-Bestatters enthalten?
So gut wie nie. Friedhofsgebühren legt die jeweilige Kommune fest, kein Bestatter und kein Online-Anbieter kann sie in einen bundesweiten Festpreis einrechnen.
Was kostet eine Überführung über eine längere Strecke?
Eine Überführung über eine längere Strecke kostet laut der Verbraucherinitiative Aeternitas 2,50 bis 7,00 Euro je Kilometer. Fragen Sie vorher, wie viele Kilometer im Paket schon enthalten sind.
Zeigen Vergleichsportale wirklich alle Bestatter einer Region?
Nicht unbedingt: Viele Portale listen nur Betriebe, die eine Provision von 15 bis 17,5 Prozent zahlen. Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2017 müssen sie das offenlegen, fragen Sie im Zweifel direkt nach.
Was, wenn die verstorbene Person größer oder schwerer als im Standardsarg vorgesehen ist?
Dann verlangen viele Anbieter einen Aufpreis, oft rund 300 Euro. Fragen Sie das vor der Beauftragung ab, wenn Sie das betreffen könnte.
