Diese Anzeichen zeigen einen seriösen Bestatter
Einen Bestatter zu finden ist meist schnell erledigt, eine Suchmaschine zeigt sofort mehrere Anbieter in der Nähe. Schwieriger ist es, vorab zu wissen, wer wirklich gut arbeitet. Die unabhängige Verbraucherinitiative Aeternitas hat deshalb ein Netzwerk Qualifizierter Bestatter aufgebaut. Diese Betriebe halten sich freiwillig an feste Regeln und zeigen das mit einem eigenen Gütesiegel.
Zwölf Kriterien muss ein Betrieb dafür erfüllen. Dazu gehören ausgebildetes oder erfahrenes Personal, eine offene Preisauszeichnung für alle Leistungen und ein schriftliches Angebot nach jedem Beratungsgespräch. Die Endrechnung muss zu diesem Angebot passen, sie darf nicht nachträglich wachsen. Der Betrieb muss rund um die Uhr persönlich erreichbar sein und akzeptiert Aeternitas ausdrücklich als neutrale Vermittlerin, wenn es Streit gibt.
Wie Sie zwei Angebote fair vergleichen
Zwei Angebote sind nur vergleichbar, wenn beide Bestatter denselben Fall durchgerechnet haben. Beschreiben Sie deshalb schriftlich, was Sie wollen: den Sterbeort, die gewünschte Bestattungsart, die Grabart und ob eine Trauerfeier stattfindet. Schicken Sie diese Beschreibung wortgleich an jeden Betrieb, den Sie anfragen.
- Verlangen Sie ein schriftliches Angebot mit Einzelpositionen, nicht nur eine Gesamtsumme.
- Fragen Sie ausdrücklich, ob Friedhofsgebühren enthalten sind oder separat kommen.
- Lassen Sie sich bestätigen, dass Zusatzleistungen nur nach Rücksprache berechnet werden.
- Prüfen Sie, ob eine Angabe zur Mehrwertsteuer fehlt, das verändert die Endsumme.
- Nehmen Sie sich für den Vergleich mindestens einen Tag Zeit, bevor Sie unterschreiben.
| Merkmal | Starkes Angebot | Schwaches Angebot |
|---|---|---|
| Preisangabe | Jede Leistung einzeln mit Preis | Nur eine Gesamtsumme |
| Friedhofsgebühren | Getrennt ausgewiesen oder klar als offen benannt | Unklar, ob enthalten |
| Bedenkzeit | Der Bestatter lässt Ihnen Zeit | Sie sollen sofort unterschreiben |
Warum Vergleichsportale nicht den ganzen Markt zeigen
Internetportale, die mehrere Bestatter auf einen Blick vergleichen, wirken praktisch. Sie verdienen ihr Geld aber meist über eine Provision, die der Bestatter für jeden vermittelten Auftrag zahlt. Ein Portal, das nur provisionszahlende Betriebe zeigt, bietet keinen vollständigen Marktüberblick, auch wenn es so wirkt.
Der Bundesgerichtshof hat das am 27. April 2017 entschieden (Az. I ZR 55/16). Das Portal Bestattungsvergleich.de hatte mit den gelisteten Bestattern Provisionen von 15 oder 17,5 Prozent des Angebotspreises vereinbart, ohne das offenzulegen. Das Gericht wertete die fehlende Offenlegung als unlauteren Wettbewerb. Angehörige in einer schwierigen Lage bekommen ohne diese Information keinen echten Überblick.
Was Sie vor der Unterschrift noch klären sollten
Auch beim besten Angebot lohnt ein letzter Blick auf den Vertrag selbst. Was in einem Bestattungsauftrag stehen muss und ob Sie ihn noch widerrufen können, lesen Sie im verlinkten Ratgeber. Wichtig schon jetzt: Unterschreiben Sie nichts, das Sie nicht verstehen, und lassen Sie sich Zeit für Rückfragen.
Weicht die spätere Rechnung vom Angebot ab, sind Sie nicht automatisch verpflichtet, den Mehrbetrag zu zahlen. Wie Sie eine zu hohe Bestatter-Rechnung reklamieren, erklärt der verlinkte Ratgeber Schritt für Schritt.
Häufige Fragen
Muss ein Bestatter eine bestimmte Ausbildung haben?
Nein, der Beruf ist gesetzlich nicht geschützt, ein Gewerbeschein genügt. Die dreijährige Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist freiwillig. Ein Betrieb, der ausgebildetes Personal beschäftigt, erfüllt aber eines der zwölf Kriterien des Aeternitas-Gütenetzwerks und ist ein gutes Zeichen für Qualität.
Was tue ich, wenn zwei Bestatter sehr unterschiedliche Preise nennen?
Prüfen Sie zuerst, ob beide Angebote wirklich denselben Fall betreffen, also gleiche Bestattungsart, gleiche Grabart und gleiche Zusatzleistungen. Fehlt in einem Angebot ein Posten wie die Friedhofsgebühr, wirkt es günstiger, als es am Ende ist. Erst nach diesem Abgleich lässt sich der Preis wirklich vergleichen.
Sind Vergleichsportale im Internet vertrauenswürdig?
Manche schon, aber sie zeigen meist nur Bestatter, die dafür eine Provision zahlen, üblicherweise 15 bis 17,5 Prozent des Angebotspreises. Der Bundesgerichtshof verlangt seit 2017, dass Portale das offenlegen. Fragen Sie im Zweifel direkt nach, ob wirklich alle Anbieter der Region gelistet sind.
Wie schnell muss ich mich für einen Bestatter entscheiden?
Für die Wahl des Bestatters selbst setzt kein Gesetz eine Frist. Nur die Anzeige des Sterbefalls beim Standesamt muss innerhalb von drei Werktagen erfolgen, das übernimmt in der Praxis meist der beauftragte Bestatter. Nehmen Sie sich für die Auswahl selbst ruhig ein bis zwei Tage Zeit.
Was mache ich, wenn ich mich im Beratungsgespräch unter Druck gesetzt fühle?
Beenden Sie das Gespräch und holen Sie ein zweites Angebot ein, das ist jederzeit möglich. Betriebe im Aeternitas-Netzwerk akzeptieren die Verbraucherinitiative ausdrücklich als Vermittlerin bei Streit, das können Sie schon vorab prüfen. Auch die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes berät kostenlos.
